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Mittwoch, 3. Juli 2013

Der Peilstab ist weg - neue Antenne

Seit geraumer Zeit knackst und knarzt es dauernd im Radio. Ich hatte das technische Meisterwerk von Land Rover in Verdacht, welches sich Antenne schimpft, aber eigentlich eher ein Peilstab für mich war, da der höchste Punkt am Fahrzeug.

Einmal fiel meine Antenne sogar der Waschanlage zum Opfer - aber ich habe sie damals wieder durch das formschöne, antike Original ersetzt.

Ich habe sogar zwischenzeitlich eine andere Antenne gekauft - aber die entnervt in der Mülltonne entsorgt, weil Land Rover ein überdimensionales Antennenloch in die Karosserie gebohrt hat. Da hält keine herkömmliche Antenne. Und zum Basteln hatte ich keine Lust.

Also kam das Angebot von Entreq gerade recht, die einen Defender-spezifischen Antennenfuss für eine Hirschmann Antenne konstruiert hatten. Nachdem es in verschiedenen Foren vereinzelt Klagen über die logistische Abwicklung bei Entreq gab, war ich - trotz bisher positiver Erfahrungen - entsprechend sensibilisiert.

Ganz im Gegenteil: Mails mit Rückfragen wurden innerhalb von Minuten persönlich vom Eigentümer beantwortet; und die Lieferung ungefähr 10 Minuten nach Bestelleingang versandt bevor ich überhaupt Gelegenheit hatte, die Zahlung anzuweisen. Am nächsten Tag war die Lieferung auch da.

Angeschraubt. Völlig easy. Der alte Antennenfuss war ziemlich korrodiert an der Kontaktfläche. Aha.

So sieht es aus:


Ein kurzer, semiflexibler Stab, der unten in Gummi flexibel gelagert ist. Der Stab lässt sich abschrauben.


So und hat sich etwas verändert, ausser der Optik? Ich habe ja eine Teststrecke: jeden Tag auf dem Weg ins Büro fahre ich durch eine Unterführung. Beim Defender kommt dann nur noch blankes Rauschen im Radio. Bei "besseren" Autos - also technisch hochwertigen Modellen - kommt ein leichtes Knarzen, aber der Empfang reisst nicht ab.

Das nervt mich fast jeden Tag tierisch, da ich mit dem Defender immer das Wichtigste an den Nachrichten verpasse. Manchmal bleibe ich sogar vor der Unterführung stehen, damit ich weiter zuhören kann.

Mit der neuen Antenne verhält sich der Defender (und sein Radio) in der Unterführung wie ein normales Fahrzeug. Der Empfang bricht nicht mehr ab. Knacken und Knarzen während der Fahrt sind ebenfalls verschwunden.

Das deutet auf eine verbesserte Empfangsleistung hin.

Samstag, 28. August 2010

HIFI im Defender

Nach dem Kauf des Defenders vor ca. einem Jahr wollte ich Navigation und Freisprecheinrichtung nachrüsten. Externe Lösungen wurden ausprobiert und erschienen mir ungeeignet. Das Becker Cascade ersetzte also sehr schnell das serienmässige Land Rover Radio. Navigation, Freisprecheinrichtung, CD und Radio in einem 1 DIN Gerät mit dezenter Optik erschien mir attraktiv. Ich hatte dieses Gerät auch ein Jahr früher in einem anderen Fahrzeug verbaut und war damit zufrieden.

Aber der Klang der Lautsprecher erschien mir bald verbesserungswürdig. Also unternahm ich folgendes:
  • Austausch der hinteren 10 cm Breitband Lautsprecher durch 10 cm Canton RS 100 CX Coax Lautsprecher. Aufwand: gering; Effekt: null.
  • Fixierung, Verstärkung und Dämmung der hinteren Lautsprecheraufnahme. Aufwand: mittel; Effekt: null
  • Austausch der vorderen 10 cm Compos durch 13 cm Canton QS 2.130 Laustprecher; Fixierung durch Stahlringe; Dämmung. Aufwand: gross; Effekt: klanglich gering; nur deutlich leiser dank geringeren Wirkungsgrad.
Also ausser Spesen nichts gewesen. Frustriert legte ich das Projekt zur Seite und studierte einschlägige Foren und Fachzeitschriften. Schnell wurde mir folgendes klar:
  • Qualitativ hochwertige Lautsprecher verfügen i.d.R. über einen geringeren Wirkungsgrad als die Serienlautsprecher. Um eine Endstufe würde ich nicht herumkommen. Beträchtlicher Verkabelungsaufwand.
  • Die serienmässigen Einbaupositionen sind extrem bescheiden. Alle Alternativen sind bauartbedingt nicht möglich oder sehr aufwändig. Ein Einbau durch eine Fachwerkstatt oder jemand, der sich besser auskennt als ich, wäre unumgänglich.
  • Ohne zumindest teilweise Dämmung würde das Ergebnis nie befriedigend werden. Erfordert Fachkenntnisse.
Also machte ich mich auf dem Weg zu audio-team nach Ismaning, die zumindest schon einmal einen Defender TD5 umgebaut hatten. Zu meiner grosser Freude erzielten wir auf Anhieb Einigung bezüglich der zu verwendenden Komponenten und Einbaumassnahmen, die dann wie folgt durchgeführt wurden:
  • Headunit: das Becker Cascade bleibt.
  • Verstärker: Eine digitale 4-Kanal Endstufe Alpine PDX-F4 würde exakt unter das Cubbyboy Unterfach passen; wenig Wärme aber mit 4 x 100 Watt ausreichend Leistung entwickeln.
  • Subwoofer: Eine herkömmliche Lösung wurde verworfen so dass nur ein kompakter Aktivwoofer Sinn machen würden. Hochkant hinter der Cubby Box würde genau ein u-Dimension 20 cm Woofer passen - baugleich übrigens mit Focal Access1 Bus20.
  • Vordere Lautsprecher: mit geringen Anpassungen würde ein 13 cm Audio System HX 130 SQ passen.
  • Hintere Lautsprecher: eigentlich egal aber wir verwenden ein passendes 13 cm Audio System CO 130 Coax-System.
  • Verkabelung: anständige Lautsprecherkabel werden neu eingezogen; abgeschirmte Cinch Kabel zum Verstärker und Subwoofer
  • Dämmung: Laderaumboden, Sitzkästen, Getriebetunnel und vorderer Fussbereich würden mit Alubutyl gedämmt werden. Für die Lautsprecher würde aus Alubutyl innen ein kleines "Gehäuse" geformt werden, damit sie nicht frei in die Luft spielen.
Zwei Tage dauerten Einbau und Abstimmung des Systems. Das Ergebnis kann ich leider nicht hier anhören lassen sondern nur zeigen.

Blick von hinten auf den Subwoofer an der Cubbybox:
Der Subwoofer passt wie angegossen - aber nur, weil eine Cubby-Box-Erhöhung verbaut wurde. Diese nimmt den Verstärker auf. Im Detail:
Vom Becker Cascade laufen nun Cinch Kabel zum Verstärker unter der Cubby Box. Strom braucht der Verstärker auch noch. Vom Verstärker aus laufen die Kabel zu den Lausprechern. Ein wüster Verkabelungsaufwand, von dem man nichts mehr sieht:
An den Originaleinbauplätzen vorne wurden Audio System 13 cm TMT verbaut. Die Abdeckung passt gerade so drauf, wenn man etwas Material von der Klappe daneben abnimmt:
Im Detail:
Die Hochtöner werden ebenfalls in den Originaleinbauplätzen verbaut. Die Frequenzweiche ist irgendwo (weiss ich nicht mehr):
Hinten wurden 13 cm Coaxe vom selben Hersteller ebenfalls an den Originalpositionen verbaut:
Im Detail: 
Ach so: das Fahrzeug ist nun etwas leiser geworden durch die Dämmung aber natürlich immer noch kein BMW.
Das Ergebnis ist auf alle Fälle überzeugend und durchaus vergleichbar mit den Premium HIFI Systemen der Premium Fahrzeughersteller. Man sollte jedoch nicht den Fehler begehen (wie ich am Anfang) und mit laienhaften (Pseudo-)Wissen einzelne Komponenten zu ersetzen. Hier war die Erfahrung eines Spezialisten erforderlich, um ein befriedigendes Gesamtergebnis zu produzieren.

Ein Nachteil der Befestigung des Subwoofers an der Cubby-Box sei nicht verschwiegen: je nachdem  wie stark man den Subwoofer aufdreht, versetzt dieser bei bassbetonter und lauter Musik den Inhalt der Cubby-Box und der Ablage davor in Schwingungen. Sprich: es klappert.

Bilder vom Umbau gibt's auch. Der Verstärker wurde unter die Cubby Box eingebaut. Natürlich müssen dort jetzt alle Kabel hinlaufen:

Und der Kofferraum wurde mit Alubutyl gedämmt:
Edit 2013: Nachdem Einbau einer edleren Cubbybox habe ich den Subwoofer nicht mehr angeschraubt. Irgendwie finde ich, dass er optisch nicht zum rustikalen Defender passt. Klingt auch ohne Subwoofer gut.

Sonntag, 6. September 2009

Car Hifi und Navigation

in weiterer Kindheitstraum wird wahr - beim Defender kann ich das machen, was ich zuletzt vor 20 Jahren bei einem Auto gemacht habe: Stereoanlage einbauen. Nix proprietäres CAN-Bus Glasfaser Geraffel, sondern DIN Schacht und Boxen!

Aber eigentlich will ich dem Defender erstmal Telefonieren und Navigieren beibringen. Und als Nebeneffekt auch vielleicht besseren Sound, obwohl die Fahrgeäusche das kompliziert machen.

Eine Bastellösung mit Tom Tom und Saugnäpfen und Kabelgewirr scheidet aus. Eine All-in-One Lösung ist gewünscht und auch schnell gefunden mit dem Becker Cascade, das auch in meinem anderen Auto seit einem Jahr drin ist und gut geht.

Sieht aus wie ein klassisches Autoradio mit CD - kann aber navigieren (Ansage über Lausprecher) und per Bluetooth eine Freisprecheinrichtung (auch über Autolautsprecher) anbieten. Nur leider kostet so ein Teil 1000 Euro.

Aber Amazon Marketplace machts möglich: ich finde ein Sondermodell für 500 Euro. Das unterscheidet sich von dem regulären Modell durch ein grünes einfarbiges Display statt dem normalen OLED Farbdisplay. Für den Defender reichts. Und die Instrumentenbeleuchtung dort ist auch grün. Also gekauft. Zwei Tage später war es da.

Obwohl es schon Nacht ist: das Original Land Rover Radio war gleich rausgezogen; die beiden ISO Stecker und Antenne abgezogen und auf das Cascade gesteckt: Musik kommt raus. Navigiert er auch? Die Navigationssoftware und -karte sind beim Cascade auf einer CF-Karte und nicht auf einer CD. Sehr nett. CF-Karte rein. Geht aber streng. Er erkennt die Karte nicht.

Macht nichts, schnell im anderen Auto ausprobiert. CF-Karte geht streng rein; wird nicht erkannt. Also alte wieder rein. Geht auch nicht. Grosse Verzweifelung. In endlosen Telefonaten mit dem Becker Support musste ich realisieren, dass ich die Pins im Gerät verbogen habe. Also Reparaturversuch, durch den grossen Handwerkermeister: mich.

Das neue Cascade kann ich wieder so hinpfriemeln, dass es geht; das alte Cascade ruiniere ich noch mehr. Also einsenden. Kam dann doch nach drei Tagen wieder (kostenlos) repariert zurück. Habe auch gleich das Display tauschen lassen, denn das war ein Media Markt Vorführmodell, bei dem sich etwas eingebrannt hat.

Also wie gesagt: Musik kommt raus. Nur hat das Cascade leider noch eine GPS-Antenne und ein Mikrofon dabei. Beides an langen Kabeln, die irgendwo versteckt werden müssen. Händler anrufen: Einbau kostet 200 Euro. Freund anrufen: Einbau kostet ein paar Flaschen Wein und ein Abendessen. Hmmm kostenmässig das selbe aber mehr Spass.

Jetzt gings los: das Armaturenbrett halb zerlegen, um Mikro und GPS Antenne hinzubauen. Wieder zusammenbauen; navigiert nicht gescheit. Problem sind die Heizdrähte auf der Windschutzscheibe, die guten GPS Empfang verhindern. Und das Cascade kann nicht nur wie ein Tom Tom rein nach GPS navigieren sondern man könnte das Tachosignal anschliessen. Dann könnte es mit seinen Gyros, dem Tachosignal und der Karte auch ohne GPS (z.B. im Tunnel) navigieren.

Also das war das Projekt: GPS Antenne an der Radioantenne entlang unter die Motorhaube führen und dort von unten an einen Plastikdeckel kleben. Tacho raus; Signal abklemmen; Leitung ziehen; Pin ancrimpen; in den ISO Stecker klicken. Hört sich einfach an, dauert sechs Stunden.

Und geht nicht! Aus Verzeiflung Weinflaschen öffnen. Am nächsten Tag aufwachen und feststellen, dass man das falsche Signal am Tacho abgegriffen hat. Nochmal neu. Nochmal sechs Stunden. Jetzt geht's bis auf das Mikrofon, dessen Kabel beim finalen Einbau abriss. Neues bestellt. Kostet 50 Euro. Warten.

Einbaukosten bisher: rund 500 Euro. Aber das Spass: unbezahlbar.

Edit: Verstärker und Lautsprecher wurden später professionell nachgerüstet. Siehe Blogeintrag. Das Lenkrad sieht hier noch schwarz aus. Die schwarze Farbe hat es zwischenzeitlich verloren und es ist eher dunkelbraun jetzt Liegt wohl am Büffelleder.