Posts mit dem Label Defender; Technik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Defender; Technik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 22. Juli 2019

Neue Kupplung und Zwischenwelle

Eigentlich wollte ich bei Drexl ja nur eine Inspektion durchführen und die Alive Federn einbauen lassen. Das Debakel mit den Federn habe ich ja geschildert.

Und dann kam noch eine Hiobsbotschaft: die Kupplung macht Geräusche und sollte dringend ersetzt werden. In dem Zusammenhang auch die Zwischenwelle.

Die Geräusche der Kupplung hatte ich auch gehört. Und nach 70.000 km kann so ein Verschleissteil schon mal zum Austausch anstehen.

Das Problem mit der Zwischenwelle war mir ebenfalls bekannt: diese hat Land Rover in alle Defender TD4 Modelle eingebaut, um einen Anschluss vom Schalt- zum Verteilergetriebe zu realisieren. Offensichtlich werden die vom Werk trocken (ohne Fett) eingesetzt und die Verzahnung gibt bei allen irgendwann den Geist auf. Ein Konstruktionsfehler, von dem alle TD4 Modelle betroffen sind.

Der Materialpreis von Kupplung und Zwischenwelle ist niedrig - der Arbeitsaufwand jedoch recht hoch. Deshalb bietet es sich an, beides in einem Aufwasch zu erledigen. Also war der Rat sinnvoll.

Verbaut wurde eine verstärkte Sachs Kupplung und die Zwischenwelle mit Fett.

Ergebnis: tadellos, aber nicht günstig (ca. 2.500 Euro in Summe inkl. Einbau).

Die neue Kupplung "kommt" viel früher und lässt sich leichter dosieren. Auch die Gänge gehen etwas leichter rein. Schwergängig ist sie trotzdem noch (wie vorher).

Sonntag, 13. September 2015

Der letzte seiner Art

Nun dürfte es niemanden mehr entgangen sein, dass das Unausweichliche eingetreten ist, welches wir so lange ungläubig verleugnet haben: die Produktion des Defenders wird eingestellt. Und zwar ersatzlos.

Nun mag man die Vorschriften der EU zu Sicherheit und Umweltschutz dafür verdammen oder die gierigen Kaufleute bei Land Rover, die aus dem Fahrzeug keinen Profit mehr darstellen können - aber das ist (a) belanglos und (b) zu kurz gegriffen.

Der Begriff der "Nachhaltigkeit" ist wieder modern geworden - und der Defender erfüllt diese Kriterien par excellence. Gefertigt nach einer anachronistischen Methode,  auf lange abgeschriebenen Produktionsstätten in Handarbeit, basierend auf einer Technik - welche mit Ausnahme vom aktuellen Motor/Getriebe - bereits beim Erscheinen 1948 veraltet war und nur sehr verhalten weiterentwickelt wurde.

Diese Technik sorgt dafür, dass man automatisch verhalten und bedächtig fährt, Ballungszentren vermeidet und damit exakt das Ergebnis produziert, für welches eigentlich Gesetze und Vorschriften im Automobilbereich sorgen sollten: wenig Schadstoffe und hohe Sicherheit.

Ja, die Schadstoffbelastung der Luft aus Verkehr wurde sich in Deutschland durch diverse Umweltvorschriften in den letzten 30 Jahren trotz gestiegenen Verkehrsaufkommen permanent reduziert - aber nicht so deutlich, wie die ominösen EU-Normen nach eine völlig untauglichen Prüfzyklus uns vorgaukeln. Denn der wichtigste Hebel fehlt dem Gesetzgeber (noch): weniger und langsamer zu fahren. Oder Defender zu fahren. Da macht man das automatisch.

Defender zeichnen sich auch durch eine erstaunliche Lebensdauer aus. Belastbare Daten liegen zwar nicht vor, aber alles deutet darauf hin, dass ein Defender länger lebt, als die durchschnittlichen 18 Jahre, nach denen ein Auto statistisch in Deutschland in der Schrottpresse landet. Und das typische Auto belastet seine Umwelt mehr durch Produktion und Verschrottung als dem reinen Betrieb.

Aber die sagenumwobene Lebensdauer des Defender liegt nicht etwa an seiner ausgefeilten und zuverlässigen Technik - ganz im Gegenteil - sondern daran, dass alles an ihm so primitiv ist, dass selbst handwerklich einigermassen begabte Menschen ihn am Laufen halten können. Und erstaunlicherweise finden sich unter den Defender-Besitzern viele handwerklich begabte Menschen. Man verwechsle hier nicht Ursache und Wirkung: in der Händen eines typischen Audi-Fahrers würde der Defender auch nicht länger leben als ein Audi.

Nur der Audi-Fahrer kauft sich keinen Defender. Denn die Belastungen, die einem bei Betrieb und Unterhalt eines Defenders aufgebürdet werden, übersteigen heute die Leidensfähigkeit unseres durchschnittlichen zivilisierten Autofahrers.

Damit kommen wir zu einem weiteren Vorteil des Defenders: er ist relativ günstig. Bevor jetzt der Aufschrei losgeht "... wie kann man ein Auto für 40.000 Euro billig nennen?" beachte man das Wörtchen "relativ". Relativ zu seinen Fähigkeiten und Nutzwert. Blöd ist nur, dass niemand mehr dessen Fähigkeiten und Nutzwerte braucht. Man erinnere sich daran, dass dieses Fahrzeug dafür gedacht war, um nach dem Krieg auf unpassierbaren Strassen einige landwirtschaftliche Tätigkeiten auszuüben.

Daher soll dies auch nicht der Nachruf eines hoffnungslosen Nostalgikers darstellen sondern nur eine nachdenkliche Glosse.

Edit 2016: mit der Einstellung des Defenders sind auch die Preise gestiegen. Die letzten Sondermodelle wurden teilweise mit astronomischen Aufschlägen versucht zu vermarkten. Auch die Gebrauchtwagenpreise sind geklettert. Der Grund dafür ist, dass der Defender als Kult- und Anlageobjekt gesehen wird.

Wer ebenfalls dieser Meinung ist, und einen Defender hat (oder sich anschaffen will), sollte meine Hinweise unter "Zen - oder die Kunst einen Defender zu verändern" lesen.

Sonntag, 6. September 2015

Keine Meldungen in 2015?

Das hat zwei Gründe: erstens mal ist nichts passiert, und zweitens bin ich nicht viel gefahren in den letzten zwölf Monaten, denn der Defender hatte sowohl im Winter (ehrlich gesagt: ein Allrad-Golf fährt sich im Winter angenehmer als ein Defender) als auch im (zur Abwechslung mal schönen) Sommer harte Konkurrenz, wie man im Hintergrund erkennen kann:


Aber bei der vorgeschriebenen, jährlichen Inspektion war er doch.

Hier wurde das Öl gewechselt - und zwar (bereits zum zweiten Mal) gegen Mobil 1 New Life 0W40. Nicht freigegeben, sagen jetzt die "Experten"- vorgeschrieben ist 5W30. Und genau letzterem traue ich nicht.

In keinem Porsche Carrera wird man z.B. so ein Öl finden - die fahren alle (TraTra) Mobil 1 0W40 - wobei die ganzen Eingefleischten dort sogar das "Peak Life" 5W50 einsetzen. Auf jeden Fall läuft der Motor des Defender etwas ruhiger mit diesem Öl.

Edit: nicht nachmachen. Besonders nicht, wenn das Fahrzeug noch in der Garantiezeit ist und/oder einen DPF hat. Bei mir trifft beides nicht zu.

Was wurde ausserdem noch gemacht?
  • Klimaanlage neu befüllt. Nach fast sechs Jahren ist das Zeit, da das Kältemittel im Laufe der Zeit doch diffundiert. Angeblich 15% pro Jahr.
  • Hintere Bremsen instandgesetzt - das Fahrzeug zog (wieder mal) schief beim Bremsen. Offensichtlich hat der Vollpfosten, der mir vor zwei Jahren die hinteren Bremsen getauscht hat, die Bremskolben nicht korrekt montiert. Nie mehr freie Werkstätten.
  • Ozonbehandlung im Innenraum. Das entfernt in der Tat alle Gerüche, die sich über die Zeit so ansammeln können und sterilisiert den Innenraum. Kann nicht schaden.
  • Ach und Kleinigkeiten, wie der Rückfahrscheinwerfer, der nicht mehr ging oder die vordere Scheinwerferblende, welche korrodiert war

Sonntag, 30. November 2014

50.000 Kilometer

64 Monate oder fünfeinhalb Jahre ist er jetzt alt und hat gerade die 50.000 km Marke erreicht.


Was uns zum Einen sagt, dass ich im Schnitt 780 km im Monat oder unter 10.000 km pro Jahr mit dem Defender fahre.

Und zum Anderen, dass ich den Defender schon lange Zeit habe - zumindest für meine Verhältnisse. In den 35 Jahren, in denen ich Auto fahre, habe ich kein Auto so lange behalten.

Moment: zwei Porsche habe ich noch länger. Zu meiner "Entschuldigung" muss ich sagen, dass der eine Porsche über 30 Jahre alt ist und permanent im Wert steigt und der andere Porsche meiner Frau gehört, die ihn mich nicht verkaufen lässt, obwohl sie mit der räudigen Karre niemals fährt.

Warum habe ich den Defender so lange behalten?

Na, irgendwie muss ich ihn doch toll finden. Und ja - das stimmt. Warum? An den überragenden Fahrleistungen, dem sagenumwobenen Komfort, niedrigen Unterhaltskosten und der bewundernswerten Zuverlässigkeit kann es nicht liegen. Eher daran, dass sich mein Herz immer noch am Defender erfreut, wenn ich ihn nur ansehe oder einsteige. Und ja - allen Unkenrufen zum Trotz: auch, wenn ich den Schlüssel umdrehe und damit fahre.

Also habe ich mich dazu entschlossen, ihn zu behalten. Und ihm sogar ein "Schonfahrzeug" zur Seite zu stellen, damit er noch länger leben kann - welches wohl nächste Woche kommt. Stay tuned.

Edit 2019: weitere fünf Jahre später habe ich die 70.000 km Marke erreicht.

Sonntag, 14. September 2014

Mudstuff Heater Deflector und Dirt D-Fender

Im Vorgriff auf den kommenden Winter habe ich zwei Sachen modifiziert, die mich am Defender immer schon gestört haben.

Die Heizung. Sie geht zwar wirklich gut - aber im Fussraum bläst sie die heisse Luft genau auf den Unterschenkel des Fahrers. Insbesondere, wenn man eine dünne Anzugshose anhat, wird das recht langfristig unangenehm. Ja, man könnte die Heizung einfach runterdrehen - aber ich habe es halt gerne warm.

Der Mudstuff Heater Deflector lenkt die heisse Luft an eine bessere Stelle. Das funktioniert auch tadellos, wie ich ausprobiert habe. Keine angebrannten Füsse mehr.


Der Dreck an der Seite. Die vorderen Räder verteilen den Dreck sehr schön an der Seite - bis hoch zum Seitenfenster. Insbesondere, wenn man (wie ich) breitere Reifen hat, welche weiter raus stehen. Irgendwann kann man nach ausgiebigen Fahren auf gesalzenen Strassen nicht mehr zum Fenster raussehen - und es ist auch kein grosser Spass, den ganzen Kram im Winter wieder zu entfernen.

Der Mudstuff Dirt D-Fender ist ein kleines Plastikteil, der wirklich effizient verhindert, dass sich der ganze Dreck an der Fahrzeugseite absetzt.


Wird einfach genietet. Könnte man auch lackieren, wenn man will.

Samstag, 13. September 2014

Fox Stoßdämpfer defekt

Im Juli ist mir aufgefallen, dass der Defender komische Geräusche macht. Beim Überfahren von Bodenunebenheiten (Kanaldeckel reichen) kommt es zu einem seltsamen "Klonk" Geräusch. Metallisch. Aus dem Bereich der Hinterachse.

Alles aus dem Kofferraum ausgeräumt - nichts. Geschaut, ob etwas locker ist oder wackelt - nichts. Unter das Auto gekrochen und an allem gerüttelt - nichts. Foren befragt: die raten dazu, die Stoßdämpfer festzuziehen. Nichts. Aufhängung der Stoßdämpfer - nichts.

Also beim Händler angerufen: der hat erst wieder Zeit im September. Na ja. Also September. Fahrzeug wurde abgeholt; ein Range Rover Sport dafür dagelassen. Am nächsten Tag der Anruf: "ein Stoßdämpfer ist kaputt". Hat seine Gasfüllung verloren und lässt sich ohne Widerstand ein- und ausfahren.

Verdammt. Das waren die sündhaft teuren Fox Racing Shocks. Bezugsquellen abtelefoniert: Pleite. Erst in einigen Wochen lieferbar. Und dann 350 Euro das Stück.

Ratlos. Seriendämpfer auch nicht lieferbar, da die lt. Händler "nie kaputt gehen". Also hat der Händler kurzer Hand einen Vorführwagen "geschlachtet"; ihm seine Stoßdämpfer geraubt und bei mir eingebaut. Bingo.

Heute abgeholt. Wie fährt er? Ich merke keinen Unterschied.

Die Moral aus der Geschichte: sündhaft teure Anbauteile können im Fehlerfall einen ganz schön in Not bringen.

Edit: rund 800 Euro hat der "Spass" gekostet, die Dämpfer zu tauschen.

Sonntag, 9. September 2012

Lackierter Kühlergrill

Ich wurde getadelt, dass man auf den bisherigen Bildern nicht erkennen kann, wie sich der Grill verändert hat. Also habe ich extra den Wagen gewaschen und bei Sonnenschein fotografiert.

So sieht der Defender jetzt von vorne aus:

Jetzt stecken wir den serienmässigen, schwarzen Kühlergrill zum Vergleich dazu:

Und im Detail sieht es so aus:

Ja, rechts ist ein völlig serienmässiger, schwarzer Plastikgrill. Nagelneu und noch nie verwendet.

Und hier in der Totale:

Wie lange wohl der Lack auf dem Plastik hält? Keine Ahnung. Bestimmt nicht ewig.

Edit August 2013: ein Jahr später - der Grill sieht noch unverändert aus. Der Lack hat zwischen plus 40 Grad (Sommer) und minus 30 Grad (Winter) alles vertragen. Keine Steinschlagschäden; kein Abblättern.