Samstag, 20. April 2013

Etwas unglücklich mit den neuen Cooper Reifen

Als ich die neuen Cooper S/T Maxx Reifen montieren ließ, fiel sofort auf, dass die Reifen viel stabiler aber auch deutlich schwerer waren als die Goodyear DuraTrac, welche vorher drauf waren. Auch der Lastindex ist beträchtlich höher als bei den DuraTracs. Eigentlich übertrieben für den relativ leichten Defender. Das Profil erschien mir gleichermassen aggressiv.

Der erste Fahrversuch ergab: leise aber unkomfortabel. Die schweren und stabilen Reifen federn nicht so schön wie die leichteren DuraTrac. Dann der erste Bremsversuch auf trockener Strasse: man muss schon gehörig in die Eisen treten, damit das ABS anspringt. Hmm - bremsen die nun besser oder bringt man die schwerere, rotierende Masse nur schwieriger zum Stehen?

Der Test auf der Autobahn ergab: der Defender ist langsamer geworden. Auch Beschleunigung und Durchzug haben gelitten.

Also Google angeworfen und das Gewicht gesucht: 24 kg pro Reifen für den Cooper. 20 kg für den DuraTrac. Aber was ist mit dem Nokian Winterreifen? Erstaunlich leichte 20 kg - wie der Goodyear. Also 4 kg pro Rad mehr Gewicht beim Cooper. Dazu muss man fairerweise sagen, dass der Goodyear und der Nokian die leichtesten Vertreter in dieser Grösse sind. Und der Cooper eigentlich nicht herausragt. Ein BFG AT oder Grabber AT2 wiegt genauso viel wie der Cooper.

Dann der Besuch bei der Tankstelle: 12 Liter / 100 km Verbrauch. Das sind zwei Liter mehr als sonst. Na ja, einmal Tanken ist noch nicht statistisch repräsentativ - aber es passt ins Bild, dass der schwerere Reifen natürlich auch Kraft und damit Kraftstoff schluckt.

Dafür ist der Grip auf trockenen und nassen Asphalt sehr gut. Sogar erstaunlich für das aggressive Geländeprofil. Na und leise ist er. Aber unkomfortabler und macht das Fahrzeug träger. Hmm...

Edit 2014: offensichtlich sind zwei Phänomene geichzeitig zusammengekommen - die vordere Bremse war fest und neue Reifen wurden montiert. Ich habe monatelang die Schuld auf die Reifen geschoben. Das war jedoch unbegründet. Ergebnis siehe hier.

Sonntag, 7. April 2013

Neues Schuhwerk: Cooper Discoverer S/T Maxx

Die Winterreifen mussten weichen, auch wenn der Frühling dieses Jahr irgendwie gar nicht kommen mag. Aber warum schon wieder neue Reifen? Was war an den Goodyear Wrangler DuraTrac schlecht? Eigentlich nichts. Sie haben sich einfach geweigert, Profil zu verlieren. Also bin ich davon ausgegangen, dass sie nach drei Jahren etwas ausgehärtet waren. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Abrollgeräusche stärker waren als am Anfang und sie auf Nässe eher rutschten.

Also mussten neue Reifen her. Die Kriterien waren (a) stimmig zum Defender - also gut aussehend und (b) leise abrollend. Der neue Cooper Discoverer S/T Maxx erschien mir geeignet, also wurde er im Format 265/75 R 16 auf die CW 8x16 Felgen gezogen.

So sieht das aus:


Eigentlich hatte ich es auch satt, auf meinem Land Rover Reifen zu fahren, auf denen "Wrangler" stand. Das klang mir zu sehr nach Jeep. Die Cooper sehen da besser aus:


Ja, und sind sie jetzt leise? Ja. Auch nicht lauter als die Nokian Hakkapeliitta Winterreifen. Und die waren schon leiser als die DuraTrac. Erstaunlich bei dem groben Profil.

Aber sie fahren sich etwas schwammiger als die Nokian Winterreifen, die vorher drauf waren. Mit den DuraTrac kann ich sie nicht mehr vergleichen, weil ich mich nicht mehr erinnere. Soweit ich mich entsinne, waren diese jedoch auch kein Meister der Lenkpräzision.

Die Reifen sind wesentlich stabiler als die DuraTrac. Das merkt man schon, wenn man die Seitenwand anfasst.

Ein Nachteil sei nicht verschwiegen: die Cooper sind sackschwer. Bestimmt drei Kilogramm schwerer als die DuraTrac. Das merkt man beim Fahren. Das Fahrzeug beschleunigt zäher und hat ca. 10 km/h an Höchstgeschwindigkeit verloren: 150 statt 160 km/h sind jetzt maximal möglich. Beim Benzinverbrauch werde ich das vermutlich ebenfalls merken.

Nachtrag 2019: nach kaum sechs Jahren habe ich die Coopers durch neue Pirelli ATR Plus ersetzt. Nicht, weil sie abgefahren waren. Sondern alt waren. Wurden rutschig und laut.

Freitag, 5. April 2013

Besuch bei Kohler

Eigentlich wollte ich ja die vorderen Fox Dämpfer umdrehen lassen, weil sie lt. Importeur "Upside-Down" montiert gehören, d.h. die Kolbenstange nach unten. Ich habe mich jedoch eines besseren belehren lassen: jetzt ist unten das Ventil. Wenn man die Dämpfer umdreht, kommt man nicht mehr ans Ventil ran. Noch schlimmer: das Ventil stört sich mit den Cones (Dämpferaufnahmen) oben, wenn man die Dämpfer umdreht. Passt also nicht.

Und die Kolbenstange wäre umgedreht Steinschlägen ausgesetzt, was der Lebensdauer des Dämpfers nicht zuträglich gewesen wäre.

Na ja, sind Gasdruckdämpfer - die dämpfen egal wie rum eingebaut.

Dann habe ich noch den MAP Sensor wechseln lassen, da dieser angeblich verrusst und ein Reinigen einen sanfteren Motorlauf bringt. Reinigen wollte ich nicht - also ersetzen. Veränderung: keine.

Auch die Türdichtung auf der Fahrerseite habe ich austauschen lassen, da ich ab 100 km/h immer laute Windgeräusche an der Fahrertür hatte und es reinzog. Veränderung: Windgeräusche immer noch vorhanden; aber es zieht nicht mehr. Da muss ich noch grübeln.

Na ja, dann habe ich das Auto halt bei Eiseskälte gewaschen.

Samstag, 30. März 2013

Hommage an den Lenkungsdämpfer


Wer schon einmal die Vorderachse des Defenders betrachtet hat, dem kann er nicht entgangen sein: der Lenkungsdämpfer. Und selbst wer nur als Couch Potato auf den einschlägigen Defender-Seiten im Internet rumsurft kann es ebenfalls nicht entgangen sein, dass der Defender einen Lenkungsdämpfer hat, da der Zubehörhandel eine reichhaltige Auswahl an feinen Alternativen dafür anbietet, welche mit Lobgesängen angepriesen werden.

Jetzt kamen zwei Dinge zusammen: meine Abneigung gegen das alte, schwarze, verrostete Rohr unter meinem Defender, welches den Original-Lenkungsdämpfer darstellte und der unbezähmbare Drang, meinen Defender mit Hilfe von Nachrüstteilen zu besserer Fahrweise zu erziehen.

Nach tagelanger Recherche war das vermeintliche Optimum gefunden und zwar in einem neu vorgestellten Bilstein "Trekfinder" Lenkungsdämpfer in leuchtenden Gelb, welcher nahezu magische Verbesserungen versprach (und natürlich das teuerste Exemplar unter allen Lenkungsdämpfern darstellte).

Bestellt. Machte sich gut auf dem Küchenherd:


Aber wie macht er sich am Defender? Also wurde trotz arktischer Temperaturen das alte Teil in der Tiefgarage, mit meinem Sohn als Beleuchter, abgeschraubt:


Ist nicht schwer. Hier findet man eine schöne Einbauanleitung. Zwei Schrauben müssen gelöst werden. Links ist das hässliche, verrostete Originalteil; rechts das blitzende, teure Nachrüstteil. Vom Anfassen konnte man keinen Unterschied in der Wirkung feststellen. Beide gehen halt schwer.

Aber nachdem es dem Beleuchter inzwischen kalt und langweilig in der Tiefgarage war und Papa zu blöd war, um mit seinen altersschwachen Augen zu erkennen, dass die Stange des gelben Dämpfers mit einem Inbus gekontert werden muss, beschlossen wir ohne Lenkungsdämpfer die Wirkungsstätte zu verlassen. Ganz ohne.

Ja, und wie fährt sich das ohne Lenkungsdämpfer? Gut. Sehr gut. Besser als vorher. Das sehnlich vermisste Rückstellmoment der Lenkung war auf einmal wieder da, so dass man nach der Kurve das Lenkrad nicht zurückdrehen musste sondern es - wie bei jedem anderen, normalen Auto - sich selbst zurückdrehte.

Also auf zur Recherche. Was macht eigentlich so ein Lenkungsdämpfer?

Die erste Erkenntnis war: fast alle Autos, die nach dem VW Käfer konstruiert wurden, haben gar keinen Lenkungsdämpfer mehr. Aha.

Angeblich sollte jedoch der Lenkungsdämpfer - sofern vorhanden - folgende Probleme im Keim ersticken: Flattern der Lenkung im Hochgeschwindigkeitsbereich, Minderung des Einflusses von Bodenunebenheiten und Spurrillen auf die Lenkung, Dämpfen der Stösse auf die Lenkung beim schnellen Befahren von unwegsamen Offroad-Strecken.

Beim normalen Fahren auf normalen Strassen merkte ich keinen Unterschied. Also rauf auf die Autobahn und Vollgas. Kurven, Spurrillen, Unebenheiten. kein Unterschied. Auf den holprigen Feldweg: nichts. Kurvige Landstrassen: nichts.

Die Lenkung war brav und ruhig - wie schon vorher. Geradeauslauf: unverändert. Einfluss der Fahrbahnbeschaffenheit auf die Lenkung: nicht spürbar. Nur das Kurvenfahren machte mehr Spass, denn die Lenkung verhielt sich - wie schon aufgeführt - jetzt wie beim normalen Auto. Drehte sich selbst zurück. Und die Lenkung erschien leichtgängiger und präziser. Das ist viel wert (für mich).

Also bleibt es jetzt so, wie es ist und ich beobachte weiter. Wenn mir langweilig ist, schraube ich mal den gelben Bilstein Dämpfer rein.

Samstag, 16. März 2013

Zen – oder die Kunst einen Defender zu modifizieren

Der Defender lockt aufgrund seines Kultstatus, seines relativ günstigen Einstiegspreises und der vermeintlich einigermaßen zeitgemäßen Technologie (Common Rail Diesel, 6-Gang, Allrad, ABS, Klima …) auch Fahrer von aktuellen (modernen) Fahrzeugen, welche in seiner Anschaffung einen Teil Ihrer persönlichen Selbstverwirklichung zum Ausdruck bringen wollen. Der Defender ist ein Statement: „seht her, ihr Allerweltsautofahrer: ich fahre etwas Besonderes.“

Und nach Studium der einschlägigen Internetforen, Webseiten der Zubehörlieferanten (oder meines Blogs) wird diesem Interessentenkreis auch schnell klar, dass man den Defender auch verändern kann. Andere Räder, Tuning, Sportsitze, Riffelblech, HIFI Anlagen, LED Scheinwerfer, Standheizungen, Fahrwerke, Innenausstattungen, Anbauteile – die Möglichkeiten erscheinen grenzenlos.

Schnell wird vor dem Kauf seine persönliche Wunschliste erstellt und der vorher recht angemessene Anschaffungspreis katapultiert sich in astronomische Höhen. Es verbleibt selbst nach Studium der Foren und Befragung von anderen Defender-Fahrern eine gewisse Restunsicherheit, die gepaart mit den gelernten Kaufverhalten „normaler“ Autos oftmals in die Entscheidung mündet: „ich bestelle jetzt die Karre plus x Modifikationen lasse ich gleich beim Händler machen.“

Falsch.

Autofahren hat viel mit Psychologie zu tun. Der Mensch verändert sich, wenn er eine Zeitlang eine bestimmte Autokategorie fährt. Ich merke es an mir: fahre ich länger Porsche, werde ich zum glühenden Porschefan. Fahre ich dann länger Mercedes, werde ich zum bequemen Opa. In beiden Fällen adaptiere ich nicht nur meine Fahrweise sondern auch mein Verhalten im Strassenverkehr und meine innere Einstellung zum Rest der Verkehrsteilnehmer und mir selbst.

Wechsle ich die Fahrzeugkategorie, so verändere ich mich langsam selbst. Ich erfreue mich an manchen Veränderungen und an manche gewöhne ich mich nur langsam. Steige ich z.B. von einem relativ modernen Mittelklassefahrzeug auf den Defender um, dann erfolgt i.d.R. folgende Mutation:
  • Phase 1: (0-6 Monate): Wahnsinn – das ist ja ein ganz anderes Fahren. Toll. Und wie mich alle ansehen.
  • Phase 2: (6-24 Monate): Himmel, ist die Karre langsam, laut und unbequem. Da muss ich etwas machen. So kann ich ja unmöglich jemanden mitnehmen…
  • Phase 3: (ab 12 Monaten): Echt erstaunlich, wie gut das Auto fährt und zu mir passt. Warum habe ich das nicht schon früher gekauft?
Der Übergang zwischen den Phasen ist sanft und bei jedem Menschen anders.

Wichtig ist jedoch, dass man alle Modifikationen erst in Phase 2 ausführt. Man stelle sich vor, dass man beim Kauf des Defenders das serienmässige Radio durch eine High End HIFI Anlage austauschen lässt. Dann kommt man in Phase 2 und ärgert sich, weil sie schlecht klingt. Klar; der Defender ist bauartbedingt keine akustische Glanzleistung. Natürlich weiss man gar nicht, wie das Serienradio geklungen hat und ärgert sich, dass man noch dazu viel Geld zum Fenster rausgeworfen hat. Tauscht man jedoch in Phase 2 erst das Radio aus, freut man sich, welche Verbesserungen man beim Defender herbeiführen kann.

In Phase 3 wird man dann genügsam. Ein sporadischer Wassereinbruch treibt einem nicht mehr zum Wahnsinn bzw. zum Händler. Die Modifikationen werden weniger und anders. Erhaltungsinvestitionen stehen im Vordergrund. Man will niemanden mehr beeindrucken.

Defender-Fahren ist Teil einer Lebenseinstellung. Das Auto ist anders, als andere Autos. Viele Leute unterschätzen, dass man diesen neuen Lebensabschnitt auch planen muss.

P.S. Auf weitere Aspekte zum Neukauf bin ich im Beitrag "Kaufberatung" etwas sachlicher eingegangen.

Neue Aspekte nach Einstellung des Defenders 2016

Wie jedem Leser bekannt sein sollte, wurde die Produktion des Defenders Anfang 2016 eingestellt. Seitdem schiessen die Preise in die Höhe und man sieht in dem Defender sowohl ein Kult- als auch ein Anlageobjekt.

Dies sollte einem natürlich bei jeder Veränderung bewusst sein: Erfahrungen mit anderen Marken/Produkten zeigen, dass man auf irreversible und optische Modifikationen möglichst verzichten sollte, da langfristig nur unverbastelte Fahrzeuge im Originalzustand (a) ein langes Leben und (b) einen Werterhalt zeigen.

Mit "langfristig" meine ich jedoch 20 bis 30 Jahre ab jetzt. Wer soweit nicht denken will, kann fröhlich weiter schrauben.

Beispiel: was wurden vor 20 Jahren an luftgekühlte Porsche fleissig Spoiler hingeschraubt, Felgen/Räder, Lenkräder ausgetauscht andere Sitze eingebaut und HIFI Anlagen verbessert.  Nachträglich gesehen lauter Todsünden. Aber noch schwerer wiegt eine nachlässige Behandlung, die sich heute in Rost und/oder technischen Problemen ausdrücken.

Auf den Defender diese Logik angewandt: nur Veränderungen, welche "zeitgenössisch" sind und vom Werk als Option angeboten wurden, sind zulässig: also LR Recaro Sitze, Startech Lenkräder und Schalthebel, Nolden LEDs, Kotflügel-Riffel etc. sind Teile, die es ab Werk oder in Sondermodellen gab. Und natürlich natürlich echte (unsichtbare) technische Verbesserungen wie andere Dämpfer, verbesserte Schaltung, Edelstahl Anbauteile (in Originaloptik!), Standheizung, etc. sind gut.

Samstag, 9. Februar 2013

Winterreifen Test Teil 2: Vergleich Defender gegen X3

Vor drei Jahren, als ich stolzer Besitzer von DuraTrac Reifen für meinen Defender wurde, habe ich einen Vergleichstest gegen unseren winterbereiften BMW X3 duchgeführt, da ich der Meinung war, dass meine neue Reifenkombination am Defender es mit herkömmlichen Winterreifen/Autos aufnehmen könnte.

Nachzulesen unter Winterreifen Test Teil 1: DuraTrac gegen X3.

In diesem Winter habe ich den Defender ja auf echte Winterreifen umgerüstet - Nokian Hakkapeliitta - und die sollten nun auch verglichen werden.

Zwischenzeitlich wurde unser X3 gegen ein neueres Modell ersetzt. Aber Winterreifen hat er trotzdem wieder (neue).

Hier die Kontrahenten:

BMW X3, 2 Jahre alt, Pirelli Sottozero RFT, 255/50 R 18 H


Land Rover Defender, 3.5 Jahre alt, Nokian Hakkapeliitta LT, 265/70 R 17 Q


Gefahren wurde auf der selben Teststrecke wie vor drei Jahren. Ziemlich rutschig. Neuschnee auf festgefahrener Schneedecke. Beide Fahrzeuge haben ABS.

Vor drei Jahren ist der Defender beim Bremstest aus 40 km/h noch deutlich weiter gerutscht als der X3. Dieses Jahr kam der Defender vor dem X3 zum Stehen!

Nahezu unglaublich. Ich habe mehrere Versuche durchgeführt und die Strassenlampe im Hintergrund diente als Orientierungspunkt. Eine andere Strassenlampe davor als Bremspunkt. Das Ergebnis war eindeutig. Auch der subjektive Fahreindruck bei Schnee zeigt: der Defender hat mit seinen Winterreifen deutlich bessere Traktion, Seitenführungskräfte und Verzögerungswerte als der X3.

Also nie mehr normale Geländereifen im Winter - auch wenn M+S und Schneeflocke drauf steht.

Freitag, 8. Februar 2013

Kurzbesuch bei Avalon

Mitte Januar war schon wieder die verdammte Batterie leer. Weil ich ein fauler Hund bin, habe ich den ADAC zu Fremdstarten geholt. Darf man eigentlich gar nicht laut sagen.

Das Problem ist mystisch:
  • die Batterie ist erst ein Jahr alt (siehe Post Kältetod)
  • ich bin vorher eine längere Strecke gefahren
  • nichts war an
  • der Wagen ist gerade mal 3 Tage rumgestanden
  • Ladespannung vom gemessen und alles okay - wird also geladen
Das ist natürlich nicht vertrauensbildend. Also habe ich den Wagen zu Avalon gebracht, wo man mir die neue Batterie vor einem Jahr eingebaut hat. Und damit die auch was zu tun haben, habe ich das Öl wechseln lassen, den nutzlosen K&N Luftfilter endlich entsorgen und gegen einen Original Luftfiltereinsatz tauschen lassen sowie die Staubmanschette an der Lenkung wieder befestigen lassen. Auch gleich die Glühkerzen durchmessen lassen, weil er bei Kälte so schlecht ansprang.

Die Jungs sind gut: der Ruhestrom lag zehnmal so hoch, wie er sein sollte. Als Ursache wurde das Heatshot identifiziert, welches direkt an die Batterie angeklemmt wurde. Das gehört auch laut Anleitung so, denn das Gerät sollte anhand der Spannung erkennen, ob die Zündung an ist und dann sich aktivieren. Zieht aber immer Strom.

Die haben es neu verkabelt und an die Zündung angeschlossen. Das erklärt natürlich einiges. Vielleicht sogar, warum vor einem Jahr nach meinem Urlaub die Batterie so tief entladen war, dass sie getauscht werden musste.

Das verdammte Heatshot hat mich zwischenzeitlich ein kleines Vermögen gekostet: rund 300 Euro Anschaffungspreis, 300 Euro Einbau und jetzt 300 Euro Fehlersuche und -behebung. Dafür, dass ich beim besten Willen nicht erkennen kann, dass da vorne heisses Wasser rauskommt bzw. dass dies etwas bewirkt.

Na ja - mal Avalon ausprobiert und ich muss sagen: edel & gut. Aber man merkt an den Preisen, dass dort Jaguar und Bentley verkauft werden.

Sonntag, 25. November 2012

Hecktraverse und Cappings: Rostvorsorge

Der Winter naht in schnellen Schritten und der Defender ist rostanfällig. Besonders gefährdet sind die Hecktraverse und die Cappings. Und ich habe bekannterweise eine Korrosionsphobie. Bislang ist nach 3,5 Jahren zum Glück alles noch rostfrei.

Die Hecktraverse habe ich mit Carlofon Motorraumversiegelung eingesprüht. Das ist ein Konservierungswachs, welches ursprünglich für den Motorblock gedacht ist. Auf der Hecktraverse hinterlässt es einen matten, tiefschwarzen und gleichmässigen Eindruck, welcher (a) sogar Waschstrassenfest ist und (b) besser aussieht als vorher.

Die Cappings sind ein Sorgenkind seit Bestehen des Defenders. Sie bestehen aus Stahl und halten das Heckteil zusammen. Leider ist das Heckteil aus Aluminium und dieses harmoniert nicht besonders gut mit Stahl - insbesondere, wenn Salzwasser im Spiel ist. Ergibt die sogenannte Kontaktkorrosion.

Hier habe ich mehrfach Fluid Film Öl an den Rändern aufgebracht. Dies ist ein Rostschutz für Hohlräume, der lt. Beschreibung gut in Spalten und Falze eindringt. Die Wirkung kann ich nicht kontrollieren, da ich natürlich nicht unter die Cappings sehen kann.

So sieht es aus:


An den Rändern der Cappings sieht man (mit Mühe) das aufgebrachte Fluid Film an den Rändern, welches hoffentlich in den Hohlraum kriecht. Die Hecktraverse ist schön schwarz und matt.

Edit Mai 2013: ich hatte Gelegenheit, das Carlofon auf der Hecktraverse zu inspizieren. Ist noch drauf. Teilweise hatte ich es auf den Lack gesprüht. Da ging es nur mit kräftigen Einsatz von Aceton wieder ab. Also vorher abdecken, bitte.

Na und dann habe ich etwas nachgesprüht (und diesmal den Lack mit einem Pappkarton abgedeckt):



Edit 2016: zwischenzeitlich haben sich doch einige kleinere, oberflächliche Rostpunkte auf der Hecktraverse gezeigt, Ich habe mich entschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen und die Traverse professionell neu lackieren zu lassen. Siehe diesen Beitrag.

Samstag, 6. Oktober 2012

Defender Winterräder! In 17 Zoll!

Drei Jahre lang habe ich mich erfolgreich einem dedizierten Winterreifen verweigert, mit der Begründung, dass die DuraTrac ja sogar eine "Schneeflocke" haben und dies sogar getestet. Diesen Winter wollte ich doch zur Abwechslung mal "richtige" Winterreifen auf dem Defender haben. Ausserdem wurden die DuraTrac schon bei Nässe immer rutschiger (wenn man meinem Eindruck trauen kann).

In den typischen Defenderformaten ist die Auswahl an echten Winterreifen begrenzt, so dass die Wahl schnell auf den Nokian Hakkapeliitta LT2 fiel. Nokian ist ein finnischer Reifenhersteller und überall dort Marktführer, wo es richtig eiskalt wird im Winter.

Der Hakkapeliitta LT2 ist nagelneu, so dass es natürlich wieder keine Erfahrungsberichte im Winter dafür gibt. Das kenne ich ja noch vom DuraTrac. Aber Nokian stellt eigentlich nur sehr taugliche Winterreifen her für extreme Situationen. Sogar mit Spikes wären die Reifen aufrüstbar, was hierzulande jedoch verboten ist.

Tja und dann musste ich etwas besonderes haben. Ich habe zwar mit dem Gedanken gespielt, die Reifen auf stinknormale und günstige Dotz Dakar 7x16 Stahlfelgen aufziehen zu lassen - aber dann habe ich das doch nicht über's Herz gebracht. Hat jeder und Stahl rostet.

Passend für den exotischen Defender Lochkreis gibt es doch glatt eine 17x8-Zoll-Felge mit dem martialischen Namen Predator. Passend zu Defender. Leider nur in UK. Aber das macht nichts. Mein Reifenhändler hat auch davor keine Angst und bestellt die bei Craddock sowie die passenden 265/70R17 Hakkapeliitta Reifen.

So gestern wurden die neuen Räder montiert. Erste Anprobe:


Genauso gross wie die 265/75R16 DuraTrac Räder. Bei den DuraTracs fehlt übrigens nach 3 Jahren und 30.000 Autobahnkilometern gerade mal ein einziger Millimeter Profil. Der Reifen müsste daher länger halten als das Auto. Die Hakkapeliitta haben übrigens im Neuzustand ebenfalls 14 mm Profil - wie der DuraTrac. Zur Erinnerung: normale Autoreifen haben neu 8 mm Profil.

Die Felge ist schwarz hochglänzend. Leider etwas mangelhaft lackiert. Englisch halt. Wenn das Auto sauber ist, sieht es dann so aus:


Natürlich nicht so aggressiv wie die DuraTrac mit seinen seitlich runtergezogenen Stollen.

Die Einpresstiefe beträgt 20 mm. Damit stehen die Räder 15 mm weiter innen als die CW-Felgen mit den DuraTrac. Macht nichts. Am Lenkanschlag muss kaum etwas verändert werden und die Seiten werden nicht so eingesaut, weil die Abdeckungen zur Abwechslung jetzt auch abdecken.

Hier erkennt man das:


Nun diese Räder haben zur Abwechslung mal nicht den übertriebenen Ballonreifencharakter, den mal üblicherweise am Defender findet, sondern ähneln schon mal tendenziell normalen Strassenreifen.

Wie fährt sich das?

Erstaunlich. Warum geht die Lenkung auf einmal so leicht? Und warum zeigt sie neuerdings zarte Ansätze zur Lenkpräzision? Und wo sind die Abrollgeräusche hingekommen?

Nun schön langsam mutiert der Defender immer mehr zum SUV: es lenkt sich prima und fährt leise. Jetzt muss man nur mal damit um die Kurven räubern. Trocken und nass. Auf Schnee muss ich wahrscheinlich noch ein paar Wochen warten.

Edit Dezember 2012: wie mir aufmerksame Leser mitteilten, haben ich nicht die LT2 sondern die LT drauf - eine andere Version des Hakkapeliitta. Bestellt waren zwar LT2 - aber im Angebot stand LT. Geliefert wurden auch LT. Nachdem ich das Angebot angenommen habe, muss ich jetzt mit der Version leben. Aber die ist nicht schlecht. Trocken, nass, Schnee, Eis: alles besser als beim DuraTrac.

Sonntag, 9. September 2012

Lackierter Kühlergrill

Ich wurde getadelt, dass man auf den bisherigen Bildern nicht erkennen kann, wie sich der Grill verändert hat. Also habe ich extra den Wagen gewaschen und bei Sonnenschein fotografiert.

So sieht der Defender jetzt von vorne aus:

Jetzt stecken wir den serienmässigen, schwarzen Kühlergrill zum Vergleich dazu:

Und im Detail sieht es so aus:

Ja, rechts ist ein völlig serienmässiger, schwarzer Plastikgrill. Nagelneu und noch nie verwendet.

Und hier in der Totale:

Wie lange wohl der Lack auf dem Plastik hält? Keine Ahnung. Bestimmt nicht ewig.

Edit August 2013: ein Jahr später - der Grill sieht noch unverändert aus. Der Lack hat zwischen plus 40 Grad (Sommer) und minus 30 Grad (Winter) alles vertragen. Keine Steinschlagschäden; kein Abblättern.

Sonntag, 2. September 2012

Fox Racing Shocks

Seit über einem Jahr geistern diese sündhaft teuren Teile bei mir im Kopf rum - veranlasst von positiven Berichten anderer Benutzer. Irgendwie schienen diese Teile ja das wundersame Heilmittel gegen das ruppige Fahrwerk des Defenders zu sein.

Dieses Frühjahr habe ich einen Entschluss gefasst: das Grübeln muss ein Ende haben und die Fox Dämpfer müssen her. Aufgrund unerwarteter Probleme bei Terminkoordination und Teileverfügbarkeit dauerte es jetzt ein geschlagenes halbes Jahr, bis die Teile endlich drin waren. Aber jetzt ist es endlich soweit: silbrig glänzende, massive, schwere Teile funkeln am Fahrzeug. Hinten mit Ausgleichsbehälter. Vertrauenserweckend.


Eingebaut vorne:
Hinten:

Die Preisfrage ist: wie fährt sich das?

Schwer zu beschreiben. Mit Fahrwerksänderungen ist es wie Chiptuning. So wie es ist, ist es normal. Man vergisst schlagartig, wie es vorher war, wenn man keinen direkten Vergleich mehr hat.

Also nochmal ein Versuch: Wie fährt sich das? Anders. Nicht weicher. Nicht härter. Das Stuckern ist weg. Kanaldeckel verschwinden irgendwie in der Strasse. Sicherer. Der Defender fährt fast wie ein normales Auto. Komfortabler.  Ein serienmässiger Golf ist jedoch immer noch komfortabler. Straffer. Aber immer noch nicht wie ein Porsche. Trotzdem kann man den Defender jetzt fast sportlich bewegen - bei gleichzeitig sicheren Fahrgefühl.

Sogar einstellbar wären die (hinteren) Dämpfer:


Würde ich es nochmal machen lassen? Ich weiss nicht. Das Serienfahrwerk war gar nicht so schlecht und passt mit seiner Bockigkeit zum Defender. Jetzt wird er immer mehr zum SUV.

Edit: nachdem ich erfahren habe, dass die edlen Teile nicht besonders korrossionsfest sein sollen, habe ich sie mit transparenten Wachs besprüht, mit dem man z.B. auch den Motorraum konserviert. Damit sollten sie den Winter unbeschadet überleben.

Edit 2014: Nach zwei Jahren war einer der hinteren Dämpfer ohne Funktion. Ich habe das unter der Rubrik "Lehrgeld" verbucht; die Dämpfer in die Tonne getreten und wieder Seriendämpfer einbauen lassen.

Endlich dicht!

Seit vielen Monaten hat mich ja die Tatsache gestört, dass der Fahrerfussraum immer nass war. Immer wieder reklamiert - keine permanente Abhilfe.

Nun wollte ich der Sache mal auf den Grund gehen und die Ursache des Wassereinbruchs erforschen. Nach einigen Experimenten mit Wasserstrahl und Klebeband nach dem Ausschlussprinzip war klar: das Wasser läuft irgendwie in die Tür rein und unten aus der Tür in den Innenraum.

Der "Schuldige" konnte dann auch ermittelt werden: es war die nachgerüstete Edelstahl-Einstiegsleiste bzw. deren Gummidichtung, die die originale Türdichtung ersetzen sollte. Offensichtlich hat die Nachrüstlösung die Wasserabläufe in der Tür blockiert und das Wasser hat sich den Weg in den Fussraum gesucht.

Warum das nur auf der Fahrerseite so war und nicht auf der Beifahrerseite, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben.

Auf jeden Fall wurde der Gummi der Edelstahlleiste entfernt und an der Tür wieder die Original Dichtung angebracht.

Fertig. Dicht.

Samstag, 21. Juli 2012

LED Rücklicht, Bremslicht, Standlicht etc.

Kaum zwei Jahre nachdem ich die LED Hauptscheinwerfer einbauen liess, kam das Verlangen auf, auch die restlichen Glühbirnen im Defender gegen LEDs zu tauschen. Insbesondere bei den Standlichtern gefiel mir das trübe, gelbliche Glimmen nicht mehr.

Gar nicht so einfach, wie ich anfangs dachte. Mein erster Schritt war einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen, wo mir Land Rover mitteilte, dass als Standlichter 5 Watt Birnen mit W5W Sockel verbaut wären. Ein kurzer Blick in Amazon förderte neben ziemlich dubiosen Produkten diese Markenprodukte zu Tage:
Schnell geliefert; aber leider passten sie nicht. Total falscher Sockel. Gründlichere Recherche brachte folgende LED Anbieter ins Visier: http://www.benzinfabrik.de/de/ und http://www.blauertacho4u.de/. Hier gab es allen möglichen LED Kram zum nachrüsten mit soliden Informationen.

Also fand ich raus, dass der Defender Ba15s Fassungen hatten. Ein seltenes Format für Standlichter. Und kompakt müssen sie auch sein - die meisten Ba15s LEDs waren zu lang und passten nicht ins Gehäuse. Mit etwas Mühe fand ich dann 2 Watt LEDs, die passen sollten. Die Helligkeit ist mit fünf zu multiplizieren, um mit normalen Glühlampen vergleichbar zu sein. Also entsprechen 2 Watt LEDs dann 10 Watt Glühlampen.

So sehen die dann aus:
Wie man sieht, war die Standlichtbirne nach drei Jahren schon etwas schwarz. Lange hätte die wohl nicht mehr gehalten. Hier ist neben dem niedrigeren Stromverbrauch die 10 Jahre Lebensdauer der LED doch charmant. So sehen sie dann eingebaut aus.
Links die 2 Watt LED und rechts das normale 5 Watt Glühbirnchen. Der Faktor 5 in der Helligkeit scheint zu stimmen - die 2 Watt LED erscheint doppelt so hell wie die 5 Watt Glühbirne. Und auch die Farbtemperatur passt perfekt zum LED Licht des Hauptscheinwerfers:
Nein, rechts leuchtet nicht der Blinker sondern das serienmässige Standlicht. Übel was?

Also wenn wir schon beim Stromsparen sind, gehen wir auch die Kennzeichenbeleuchtung an. Diesmal traue ich von vornherein dem Handbuch nicht und schraube das Teil auf. Es sind zwei 4 Watt Ba9s Birnchen verbaut. Hier war schnell Ersatz gefunden:
Links 0,5 Watt LED; rechts 4 Watt Birne. Hell ist das.

Also jetzt die Rücklichter. Hier sind beim Defender Bay15d Lampen verbaut. 5 Watt / 21 Watt kombiniert für Rücklicht / Bremslicht. Ersatz war schnell gefunden in Form von 9 Watt LEDs - sogar mit Cree Chip - entsprechen  herkömmlichen 45 Watt Lampen - cool (aber nicht ganz preiswert):
Die kostet jetzt schon ordentlich Geld und sollte ebenfalls doppelt so hell sein wie die verbauten 5/21 Watt Birnen. Aber leider war das nicht der Fall. Rücklicht - rechts LED; links Standard Glühbirne:
Tja und auch das Bremslicht brennt nicht heller - es geht hat eine halbe Sekunde schneller an (was ein Sicherheitsfeature sein könnte, denn bei 100 km/h legt man in einer halben Sekunde rund 30 Meter zurück). Wiederum links Original; rechts LED:
Wie man sieht, sieht man nichts. Da bin ich aber schon etwas enttäuscht. Für den Preis der LED hätte ich mir wahrscheinlich 100 Jahre lang herkömmliche Ersatzlampen kaufen können.

Die LED ist aber verdammt hell. Das rote Gehäuse der Lampe schluckt wohl die ganze Mehrleistung. Wenn man eine baugleiche LED mit Ba15s Sockel z.B. in den Rückfahrscheinwerfer einbaut, erkennt man die gleissende Helligkeit der LED:
Auch probeweise im Blinker verbaut, konnte man deutlich einen Helligkeitsunterschied sehen. Die LEDs gibt es auch rot und gelb. Wahrscheinlich müsste man klare Gläser verwenden und farbige LED, um den vollen Nutzen zu haben.

So jetzt könnte ich mir noch Blinker, dritte Bremsleuchte und Innenraumbeleuchtung vornehmen.

Aber zuerst einmal - was bringt das Ganze ausser Spass und Optik? Stromverbrauch. Wenn mein kleiner Sohn im Defender rumspielt und das Licht anlässt, brennen insgesamt 28 Watt. Diese brauchen also 2,3 Ampere. In 24 Stunden also 56 Ah. Das zwingt eine Batterie schon mal in die Knie. Jetzt 9 Watt oder 18 Ah am Tag. Das verkraftet die Batterie.

Edit 2014: es hat mich die ganze Zeit geärgert, dass die LED Rücklichter und Bremslichter nicht heller sind als die normalen Glühbirnen. Ich habe einfach neue gekauft. Rot und mehr Watt. Bitte hier weiter lesen.

Beitrag vom 26.01.14

Mittwoch, 4. Juli 2012

Neue Front: Stoßstange, Lampen und Kühlergrill

Zur Erinnerung: der serienmässige Kühlergrill war ein silbernes (Brunel) Plastikteil und wurde seiner Zeit gegen ein schwarzes Nachrüst-Aluteil ersetzt. Mir erschien das optisch nicht mehr als stimmig. Aber einfach einen schwarzen Original-Plastikgrill hinbauen, gefiel mit ebenfalls nicht.

Daher habe ich mich dazu entschieden, einen neuen Originalgrill in Wagenfarbe schwarz lackieren zu lassen. Kommt auf den Fotos nicht so rüber - sieht aber in natura exzellent aus. Viel besser als das reine, schwarze Plastik.
Weiterhin war ich mit der Stoßstange nicht mehr zufrieden. Die Optik einer lackierten Eisenbahnschiene, gepaart mit der Rostanfälligkeit und mangelnden Stabilität erschien mir verbesserungswürdig.

Hier habe ich nun zur Abwechslung nicht zum Originalzubehör gegriffen sondern zu einem Nachrüstteil aus England. Leider in herkömmlichen Stahl und wohl in englischer Qualität pulverbeschichtet - aber stabil und (meiner Meinung nach) gut aussehend.

Weiterhin wurden die armseligen Lampenblenden aus grundierten Aluringen und Lochblech vor dem
Hupenloch ersetzt durch vernünftig in Wagenfarbe lackierte Abdeckungen.
Last but not least wurden die beschädigten LED Scheinwerfer durch neue ersetzt. Wieder mit einer Streuscheibe aus Glas, obwohl es zwischenzeitlich auch ein Modell aus Polycarbonat gäbe.

So sieht es dann aus:

Warum der Händler das Kennzeichen so ungünstig platziert hat, entzieht sich meiner Kenntnis und werde ich sicher noch ändern lassen. Leider ist der Wagen nicht sauber - aber ich finde, das sieht schon einmal sehr gut aus.

Nachdem die Stoßstange höher sitzt ergibt sich auch ein besserer Rampenwinkel (welchen ich nicht brauche) sowie eine höhergelegte Optik.

Für Interessierte die Bezugsquellen: die Scheinwerferblenden sind von Entreq; die Stoßstange von First Four (bezogen von SVS Schneider).

Edelstahl Trittbretter, Türscharniere und Schrauben

Der Defender ist vom Rost geplagt - das ist allgemein bekannt. Besonders gefährdet sind alle Anbauteile. So zum Beispiel die Trittbretter aus billigsten Blech sowie die Türscharniere aus maroden Stahl. Ausserdem sind die Anbauteile eher grundiert als lackiert.

Dem kann Abhilfe geschaffen werden.

Zuerst einmal waren die serienmässigen Trittbretter bei mir vollkommen verrostet, obwohl ich immer schön brav Fluid Film innen eingefüllt habe. Da bietet Land Rover doch glatt Trittbretter aus Edelstahl an! Leider in silber - aber das kann man ja in Wagenfarbe lackieren. Der Magnettest zeigt: Tatsächlich! Nicht magnetisch. Deutet auf Edelstahl hin.

Tja und Türscharniere gibt es von Drittanbietern in England ebenfalls in Edelstahl. Leider silber poliert - aber wie gesagt: in Wagenfarbe lackieren.

Die Lampenringe für die Scheinwerfer sind nun ebenfalls aus Edelstahl.

Tja und last but not least kann man die ganzen Schrauben gegen Edelstahlvarianten austauschen. Das sieht erstens hübscher aus und erspart einem die Sauerei, die ganze Zeit die serienmässigen Schrauben mit Fett einschmieren zu müssen.

Gesagt getan - so sieht es jetzt also aus:


Wie gesagt: die seitlichen Trittbretter sind Original Land Rover Teile aus Edelstahl, lackiert; die Türscharniere sind Zubehörteile aus Edelstahl lackiert (sehen dann genauso aus wie die Originalen); Lampenringen sowie die Schrauben sind alle aus Edelstahl. Damit verfügt der Defender nun über die maximale Edelstahlkonzentration.

Edit November 2013: Jetzt sind auch die Motorhabenscharniere aus Edelstahl.

Montag, 9. April 2012

Was würde ich heute anders machen und was habe ich in Zukunft noch vor?

Satte 20.000 Euro habe ich bislang in Defender Upgrades investiert. Hier stellt sich doch die Frage: würde ich das alles noch mal genauso machen oder anders? Und höre ich jetzt auf oder gibt es doch noch mehr?

Gehen wir chronologisch vor:
  1. Ich würde den Defender wieder neu kaufen und nicht gebraucht. Die Gebrauchtwagenpreise sind viel zu hoch und das Risiko ebenfalls, in Anbetracht der Tatsache, welcher Pflege der Defender bedarf.
  2. Wes würde wahrscheinlich wieder ein 90er werden, denn in 95% der Fälle reicht mir der Platz und die kompakten Abmessungen sowie die Tiefgaragentauglichkeit sind es wert. Nur in 5% der Fälle wünsche ich mir einen 110er - und dann vor allem, wenn mein kleiner Sohn mit einem Schwung seiner kleinen Freunde mitfahren will.
  3. Die Recaro-Sitze waren von Anfang an drin und würde auch wieder reinkommen - auch wenn sie zwischenzeitlich ein Vermögen kosten. Die Alternative wären nur die Startech Komfortsitze - auch teuer.
  4. Gleich vor der Übergabe Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz zu machen, war goldrichtig. Die Rostanfälligkeit des Defenders hat mich doch etwas überrascht. Vielleicht würde ich sogar noch mehr investieren und bei www.timemax.de vorstellig werden. Das ist zwar mit Abstand die teuerste Lösung aber ich denke, es wäre es wert. Eine triefende Mike Sanders Fettkarre würde ich jedoch nicht fahren wollen.
  5. Mit dem Chiptuning bin ich sehr zufrieden und das käme mir auch wieder rein. Und wahrscheinlich auch bei Nakatanenga - auch wenn der inzwischen eine andere (bessere) Lösung von www.chiptech.at verwendet. Die alternative DIY Lösung mit ATRIC von www.alivetuning.com würde ich zwar in Erwägung ziehen (charmant, weil man die Map selbst wechseln kann) aber letztendlich wohl eine schlüsselfertige Lösung bevorzugen. Wohl diesmal mit Abgaspyrometer zur Vorsicht.
  6. Bei Lenkrad, Schalthebel etc. würde ich auf die zwischenzeitlich verfügbaren guten (aber teuren) Lösungen von www.startech.de zurückgreifen.
  7. Beim HIFI würde ich die Experimente lassen und mich gleich zu einem Car HIFI Dealer meines Vertrauens begeben - natürlich nach eingehendem Studium der entsprechenden Fachforen und Beispiele. Die Becker Radionavigation ist nicht mehr zeitgemäss und würde ich wahrscheinlich auch durch eine "mobile-Festeinbaulösung" von www.startech.de ersetzen.
  8. Bei optischen "Tuning" wäre ich vorsichtiger, um die Originaloptik des Defenders möglichst intakt zu lassen. Immerhin ist es ja fast ein historisches Fahrzeug. Auch wenn mir der "schwarze" immer noch gut gefällt: Breitreifen, anderer Kühlergrill und Riffelbleche sehe ich inzwischen etws kritischer. Vielleicht sollte ein Defender wirklich grün/weiss sein. Aber so weit bin ich noch nicht.
  9. Eine Standheizung würde in meiner Prioritätenliste nach hinten rutschen. Man braucht sie wirklich nicht so oft. Und wenn, dann würde ich wohl eher eine (teurere) Wasser- statt Luftheizung einbauen lassen. Damals gab es jedoch noch keine Einbaukits dafür. Jetzt schon - zum Beispiel von www.entreq.de
  10. Ja und die Auswahl des richtigen Servicestützpunkts ist viel wichtiger als man denkt. Vielleicht würde ich das Fahrzeug sogar zweimal pro Jahr statt nur einmal zur Inspektion hinbringen.
Na und was habe ich noch vor?
  1. Die LED Scheinwerfer müssen ausgetauscht werden. Ich bleibe bei JW Speaker, auch wenn die teuer sind. Mit den chinesischen Sirius Alternativen kann ich mich nicht emotional anfreunden. Der Europäische Importeur www.mobilecentre.co.uk hat sich übrigens bei mir gleich proaktiv gemeldet, als er das Dilemma auf meiner Webseite gesehen hat. Respekt. Und hat mich darauf hingewiesen, dass es die Teile nun auch mit Polycarbonat- statt Glasscheibe gibt. Und auch mit eingebauten Standlicht. Edelstahl Lampenringe gibt es auch dort (und bei Nakatanenga). Dort bleibe ich auch wg. deutscher Gewährleistung. Das ist viel wert.
  2. Die Stossdämpfer lasse ich durch Fox Dämpfer von www.offroad-extrem.de ersetzen. Wahrscheinlich der Overkill und es gibt bestimmt auch günstigere Lösungen aber der Ansprechpartner Ralf Berlit hat mich persönlich überzeugt durch Fachkompetenz. Schon bestellt - also gibt es kein Zurück mehr.
  3. Die Türscharniere rosten. Ich lasse diese durch Edelstahlmodelle von www.a2stainless.co.uk austauschen. Totaler Blödsinn, denn die Originale würden auf Garantie gehen und kosten fast nichts. Aber liegen schon hier - müssen noch lackiert werden.
  4. Bei den Scheinwerferblenden habe ich damals gespart. Ich lasse diese durch die teuren Teile von www.entreq.de austauschen und habe um Lackierung in Wagenfarbe gebeten. Bestellt - warte darauf.
  5. Die seitlichen Trittbretter sind nun völlig verrostet. Ich weiss, die Harten tauschen diese durch Rockslider aus. Ich bin nicht hart. Von Land Rover gibt es wohl jetzt neuere Teile unter der Nummer VPLDP0068 aus Edelstahl. Sauteuer. Muss auf Garantie gehen.
  6. Die Befestigung des LED Rückfahrscheinwerfers rostet auch. Und viel klassischer ist ein Hella Arbeitsscheinwerfer in Rustikaloptik - liegt schon hier rum. Wird ausgetauscht.
  7. Der nachgerüstete Alugrill gefällt mir nicht mehr. Ich will wieder den Seriengrill haben und diesen in Wagenfarbe schwarz lackieren lassen.
  8. Die vordere Stoßstange rostet auch. Hier bin ich zwiegespalten. Soll ich zu Gunsten der Originaloptik auch wieder das Original dran schrauben lassen (billig, Garantie) oder den schöneren Tubular Bumper von www.firstfour.co.uk mit dem Nachteil von TÜV und Mangel an Originaloptik?
     Siehe Umfrage!
  9. Ach und jetzt sind wohl ein paar Edelstahlschrauben fällig. Die Originale haben sich erstaunlich lange rostfrei gehalten aber an der Hecktraverse fangen sie dennoch an zu Rosten.
  10. Na und last but not least: das Wasser ist wieder da. Im Fussraum. Der muss trocken gelegt werden.
Wie man sieht schon wieder eine lange Liste. Der Termin ist schon vereinbart: Mitte Mai. Die Langfristigkeit ist der Tatsache geschuldet, dass die Werkstatt ziemlich ausgelastet ist und die Stoßdämpfer lange Lieferzeiten haben.

Freitag, 16. März 2012

Beide LED Scheinwerfer defekt

Nach einer etwas schnelleren Autobahnfahrt einen Blick auf die Front geworfen und erschrocken: der eine Scheinwerfer hat einen Steinschlag abbekommen und ist komplett kreisförmig gesprungen und in dem anderen Scheinwerfer ist Wasser. Na ja - wenigstens habe ich jetzt die Qual der Wahl: auf Garantie oder Teilkasko auswechseln lassen. Am besten beides, da es die Dinger ja nur paarweise gibt und ich dann einen Satz übrig habe:



Edit: die Teilkaskoversicherung hat den Schaden bezahlt. Abgewickelt hat das direkt der Händler. Ich habe wieder welche mit echten Glas genommen, obwohl es zwischenzeitlich auch welche aus Polycarbonat gegeben hätte. Warum weiss ich nicht. Die Undichtigkeit soll nach Aussage von Nakatanenga nur die ersten Exemplare der JW Speaker betreffen. Diese waren etwas zu gross für die Defender-Lampenringe, so dass man sie leicht anschleifen musste. Und nachdem das Gehäuse der Scheinwerfer aus Alu besteht; die Lampenringe aus Stahl, kam es zu Kontaktkorrossion und damit zu Undichtigkeiten. Die neuen Modell sollen lt. Nakatanenga gut passen - was mein Händler bestätigt. Zusätzlich sind zwischenzeitlich Lampenringe aus Edelstahl erhältlich, die nicht mehr rosten sollen.

Das Steinschlagproblem müsste man damit beheben, indem man eine Lexan-Scheibe vor den Scheinwerfern befestigt. Würde es als Land Rover Originalteil geben. Sieht natürlich bescheiden aus - sofern man nicht die Gitter von Entreq davor setzt. Dann wäre es wiederum cool. Nächstes Projekt.

Samstag, 11. Februar 2012

Er ist wieder aufgetaut

Avalon München hat den Wagen wieder aufgetaut und eine neue Batterie eingebaut. Ein Test auf Ruhestrom wurde durchgeführt.

Edit 2013: ich schätze mal, die haben nur die Ladespannung geprüft und nicht den Ruhestron. Siehe Kurzbesuch bei Avalon.

In dem Zusammenhang wurde unaufgefordert auch die heizbare Heckscheibe und die Rückfahrscheinwerfer instand gesetzt.

Kosten: null Euro.

Das kann man lassen!

Sonntag, 5. Februar 2012

Kältetod

Kaum ist man zwei Wochen (ohne Defender) in Mexiko und es hat zu Hause zwischenzeitlich minus 20 Grad, ist der Defender auch schon tot. Die Fahrertür ist völlig eingefroren und geht nicht auf, die Batterie ist leer. Der über Land Rover Assistance gerufene ADAC kann auch mit Fremdstarten den Motor nicht zum Leben erwecken und schleppt ihn nach über einer Stunde vergeblichen Experimentieren zum nächsten Händler:

Man könnte sagen, er ist den Kältetod gestorben. Wahrscheinlich ist der Diesel eingefroren. Verdammt: ich habe ausgerechnet vor dem Urlaub kein Aral Ultimate getankt. Das ist mir eine Lehre - nie wieder - der einzige Sprit ohne Biodiesel-Anteil.

Nur der bei Sixt angemietete BMW 530d hatte jedoch mit den herrschenden Minusgraden auch seine Probleme: erst ging die Fahretür nicht zu; dann nicht mehr auf. Also wurde es ein Volvo XC60.

Der weisse X3 rechts im Bild fuhr übrigens jeden Tag tadellos.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Vergleichstest mit Defender 2.2 MY12

Die Zeitschrift OFF ROAD hat den neuen 2012er Defender 90 TD4 mit 2.2 Liter Motor von Land Rover zum Testen erhalten. Ich wurde heute gebeten, meinen Defender mit dem "alten" 2.4 Liter Motor zum Vergleich zur Verfügung zu stellen.

Also ab nach Langenaltheim. Dort gibt es einen Offroadpark. Und da stand ein nagelneuer Defender, den ich gleich mal geentert habe. Leiser war er. Und recht spritzig. Einen Unterschied zu meinem Motor konnte ich sonst nicht erkennen. Am Schluss waren alle Autos ziemlich dreckig:


Der MY12 verschränkt besser, weil er hinten keinen Stabilisator hatte. 90er auf Stahlfelgen werden immer ohne Stabilisator ausgeliefert. Auf der Strasse konnte ich keinen Unterschied feststellen. Aber den Berg kam der MY12 viel besser hoch. Man kann das auf dem Bild schlecht erkennen, aber das ist eine 100 Prozent Steigung.


Der einzige Unterschied im Motorraum ist der Dieselpartikelfilter im MY12. Dieser wurde sehr elegant und offroad-tauglich verbaut - nicht wie üblich irgendwo unter dem Auto sondern geschickt im Motorraum. Und dann noch eine andere Schallschluckabdeckung. Die wird wohl nicht für den leiseren Lauf verantwortlich sein sondern die modifizierte Einspritzanlage.

 

Im Hintergrund ist der neue Defender zu erkennen; im Vordergrund meiner:

Bei der Rückfahrt über die Autobahn konnte ich trotz Chiptuning den neuen Defender nicht abhängen - der ist erst bei ca. 150 km/h abgeregelt und recht viel schneller geht meiner auch nicht. Der Motor erscheint wirklich etwas kräftiger als der 2.4 Serienmotor.

So und was sind jetzt die echten Unterschiede zwischen Defender 2.4 und 2.2? Der 2.2...

  • hat einen Dieselpartikelfilter (DPF)
  • dadurch einen bis zu 10% höheren Verbrauch - je nach Fahrprofil
  • ist schneller, da bei ca. 150 statt 135 km/h abgeregelt
  • ansonsten gleiche Fahrleistungen
  • etwas leiser
  • leicht verbessertes ABS von Bosch
  • verbesserte Türdichtungen unten
  • eine LKW statt PKW Zulassung
  • eine Befestigung des Tankdeckels durch ein Gummiband
  • Instrumentenbeleuchtung mit LED statt Glühlampen
  • und einen gewichtsoptimierten Öffnungshebel für die Hecktür mit Löchern