Samstag, 6. Oktober 2012

Defender Winterräder! In 17 Zoll!

Drei Jahre lang habe ich mich erfolgreich einem dedizierten Winterreifen verweigert, mit der Begründung, dass die DuraTrac ja sogar eine "Schneeflocke" haben und dies sogar getestet. Diesen Winter wollte ich doch zur Abwechslung mal "richtige" Winterreifen auf dem Defender haben. Ausserdem wurden die DuraTrac schon bei Nässe immer rutschiger (wenn man meinem Eindruck trauen kann).

In den typischen Defenderformaten ist die Auswahl an echten Winterreifen begrenzt, so dass die Wahl schnell auf den Nokian Hakkapeliitta LT2 fiel. Nokian ist ein finnischer Reifenhersteller und überall dort Marktführer, wo es richtig eiskalt wird im Winter.

Der Hakkapeliitta LT2 ist nagelneu, so dass es natürlich wieder keine Erfahrungsberichte im Winter dafür gibt. Das kenne ich ja noch vom DuraTrac. Aber Nokian stellt eigentlich nur sehr taugliche Winterreifen her für extreme Situationen. Sogar mit Spikes wären die Reifen aufrüstbar, was hierzulande jedoch verboten ist.

Tja und dann musste ich etwas besonderes haben. Ich habe zwar mit dem Gedanken gespielt, die Reifen auf stinknormale und günstige Dotz Dakar 7x16 Stahlfelgen aufziehen zu lassen - aber dann habe ich das doch nicht über's Herz gebracht. Hat jeder und Stahl rostet.

Passend für den exotischen Defender Lochkreis gibt es doch glatt eine 17x8-Zoll-Felge mit dem martialischen Namen Predator. Passend zu Defender. Leider nur in UK. Aber das macht nichts. Mein Reifenhändler hat auch davor keine Angst und bestellt die bei Craddock sowie die passenden 265/70R17 Hakkapeliitta Reifen.

So gestern wurden die neuen Räder montiert. Erste Anprobe:


Genauso gross wie die 265/75R16 DuraTrac Räder. Bei den DuraTracs fehlt übrigens nach 3 Jahren und 30.000 Autobahnkilometern gerade mal ein einziger Millimeter Profil. Der Reifen müsste daher länger halten als das Auto. Die Hakkapeliitta haben übrigens im Neuzustand ebenfalls 14 mm Profil - wie der DuraTrac. Zur Erinnerung: normale Autoreifen haben neu 8 mm Profil.

Die Felge ist schwarz hochglänzend. Leider etwas mangelhaft lackiert. Englisch halt. Wenn das Auto sauber ist, sieht es dann so aus:


Natürlich nicht so aggressiv wie die DuraTrac mit seinen seitlich runtergezogenen Stollen.

Die Einpresstiefe beträgt 20 mm. Damit stehen die Räder 15 mm weiter innen als die CW-Felgen mit den DuraTrac. Macht nichts. Am Lenkanschlag muss kaum etwas verändert werden und die Seiten werden nicht so eingesaut, weil die Abdeckungen zur Abwechslung jetzt auch abdecken.

Hier erkennt man das:


Nun diese Räder haben zur Abwechslung mal nicht den übertriebenen Ballonreifencharakter, den mal üblicherweise am Defender findet, sondern ähneln schon mal tendenziell normalen Strassenreifen.

Wie fährt sich das?

Erstaunlich. Warum geht die Lenkung auf einmal so leicht? Und warum zeigt sie neuerdings zarte Ansätze zur Lenkpräzision? Und wo sind die Abrollgeräusche hingekommen?

Nun schön langsam mutiert der Defender immer mehr zum SUV: es lenkt sich prima und fährt leise. Jetzt muss man nur mal damit um die Kurven räubern. Trocken und nass. Auf Schnee muss ich wahrscheinlich noch ein paar Wochen warten.

Edit Dezember 2012: wie mir aufmerksame Leser mitteilten, haben ich nicht die LT2 sondern die LT drauf - eine andere Version des Hakkapeliitta. Bestellt waren zwar LT2 - aber im Angebot stand LT. Geliefert wurden auch LT. Nachdem ich das Angebot angenommen habe, muss ich jetzt mit der Version leben. Aber die ist nicht schlecht. Trocken, nass, Schnee, Eis: alles besser als beim DuraTrac.

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